H2W Consulting

Vertrauliches Strategiedokument

Erstellt fuer MeisterWerke Schulte GmbH

H2W Consulting Vertraulich

Digitalisierungsstrategie, ERP-Optimierung und KI-Integration

Ein strukturierter Ansatz fuer die gruppenweite Digitalisierung der MeisterWerke Unternehmensgruppe. Prozess vor Technologie. Ergebnis vor Powerpoint.
Erstellt fuer MeisterWerke | Von H2W Consulting GmbH | Maerz 2026
1
Management Summary
MeisterWerke Schulte GmbH steht an einem entscheidenden Punkt: Die ERP-Migration auf Infor LN 10.7 ist abgeschlossen, doch die eigentliche Digitalisierung der Unternehmensgruppe hat noch nicht begonnen. Aus vier Gespraechen ueber sieben Monate haben sich mehr als 20 konkrete Handlungsfelder herauskristallisiert.
20+
Identifizierte Handlungsfelder
4
Workshops und Gespraeche
6-8
Wochen Initialisierung
Kernbefund: MeisterWerke hat weder einen Mangel an Ideen noch an Engagement. Was fehlt, ist ein konsolidiertes, gruppenweit abgestimmtes Digitalisierungskonzept mit klarer Priorisierung, Governance und strukturierter Umsetzung. Ohne diesen Rahmen werden Einzelinitiativen weiter versanden oder sich gegenseitig behindern.

Unser Vorschlag: Ein strukturiertes 6- bis 8-woechiges Initialisierungsprogramm, das die aktuelle Situation systematisch erfasst, ein belastbares Zielbild entwickelt und eine priorisierte Roadmap mit fruehen Quick Wins liefert. Prozess vor Technologie. Ergebnis vor Powerpoint.

Das Programm ist so konzipiert, dass MeisterWerke nach Phase 1 eine fundierte Go/No-Go-Entscheidung treffen kann, ohne langfristige Bindung eingehen zu muessen.

2
Ausgangssituation

Unternehmensprofil

MerkmalDetail
UnternehmensgruppeMeisterWerke Schulte GmbH mit den Marken Meister, Moderna, Heiden, RignumGuard
BrancheFertigung von Bodenbelaegen, Paneelen und Zubehoer
Umsatzca. EUR 400 Mio.
StandortSauerland, 480.000 qm Betriebsflaeche, 102 Ladepunkte
ERP-SystemInfor LN 10.7, Go-live Mai 2024 (3-Jahres-Migrationsprojekt)
Mitarbeiter650-700

Marktumfeld

Der Neubaumarkt ist weitgehend eingebrochen. Der Renovierungsmarkt verschiebt sich zunehmend in preissensitive Segmente mit wachsendem Wettbewerb durch guenstige Importware. Der traditionelle Fachhandel als primaerer Vertriebskanal befindet sich im Rueckgang: Haendler scheiden altersbedingt aus, Nachfolger fehlen, Konsolidierung beschleunigt sich. MeisterWerke muss rund 80% der potenziellen Kunden erreichen, die die Marke noch nicht kennen.

ERP-Status

Die Migration von FP3 (Baan 3) auf Infor LN 10.7 wurde im Mai 2024 abgeschlossen. Das vorherige System lief vollstaendig automatisiert mit null Luecken. Der Transportmodul wurde komplett neu geschrieben. Mehrere Module und Projekte wurden waehrend der Migration zurueckgestellt:

  • TP-Modul (Projektmanagement) fuer Hausmesse- und Kollektionssteuerung
  • BODs-Integrationsplattform als Abloesung des CSV/XML-Schnittstellenpatchworks
  • Stammdatenkonsolidierung
  • Produktive Instandhaltung
  • CRM (Infor CRM beschafft, aber als unbrauchbar eingestuft)
  • CPQ / Aussendienst-Werkzeuge
  • Standortharmonisierung und Firmenanlagen

Organisation

Uwe Lilienthal traegt seit Oktober 2025 die Rolle des CIO/CISO und Digitalisierungs- und Informationssicherheitsbeauftragten der gesamten Unternehmensgruppe. Er hat zwei operative Nachfolger aufgebaut: Markus Klauke (IT-Architektur) und Michael Kschotschola (Prozessorganisation). Sein Fokus liegt nun auf der gruppenweiten Digitalisierungsstrategie, ein Mandat, das er seit 15 Jahren angestrebt hat.

3
Erste Beobachtungen und Hypothesen

Die folgenden Beobachtungen basieren auf vier Gespraechen zwischen September 2025 und Maerz 2026. Sie sind als Hypothesen zu verstehen, die im Rahmen einer strukturierten Vor-Ort-Analyse validiert werden muessen.

1. Prozesstransparenz und -compliance sind der eigentliche Engpass

Waehrend der LN-Migration wurde End-to-End-Prozessdenken eingefuehrt und Prozessverantwortliche (KIOs) benannt. Dieses Denken ist im Tagesgeschaeft jedoch nicht durchgaengig verankert. Silo-Verhalten besteht fort. Change Management wurde begonnen, aber nicht konsequent weiterverfolgt. Mitarbeiter stimmen Veraenderungen grundsaetzlich zu, leisten aber bei eigener Betroffenheit Widerstand.

2. Wissen erodiert schneller, als es dokumentiert wird

Urspruengliches ERP-Schulungswissen ist ueber mehrere informelle Uebergaben auf unter 20% gesunken. Implizites Prozesswissen steckt in den Koepfen einzelner Mitarbeiter. Ein zentraler Netzwerk-/Linux-Experte geht im Februar 2027 in den Ruhestand, ohne qualifizierten Nachfolger. Gleichzeitig sinkt die Qualitaet von Berufseinsteigern im IT-Bereich messbar.

3. Unkontrollierte KI-Adoption beschleunigt sich

Im Oktober 2025 wurden erste Shadow-IT-Vorfaelle identifiziert (Marketing-KI-Initiativen ohne IT-Beteiligung). Bis Maerz 2026 hat sich das Muster verschaerft: Zwei intern eingesetzte Chatbots ohne bekannten Eigentuemer, Datenkonzept oder Kommunikation. Fachabteilungen nutzen die Beschaffungsschwelle von EUR 10.000 gezielt, um KI-Werkzeuge ohne Freigabe anzuschaffen. Fehlresultate zerstoeren das Vertrauen in KI nachhaltig.

4. Die Auftragserfassung ist der hoechste ROI-Hebel

14-16 Mitarbeiter im Vertriebsinnendienst fungieren primaer als Auftragserfassungsabteilung, nicht als echte Vertriebsunterstuetzung. Bestellungen aus E-Mails, PDFs und Online-Shop werden manuell in Infor LN uebertragen. Die bestehende Teilautomatisierung (Seabook-Konverter) erfordert weiterhin zwei Bildschirme und manuelle Pruefung. Dem europaeischen Vertriebsleiter wurde seit fuenf Jahren eine Loesung versprochen.

5. MES und LN existieren als Parallelwelten

MES (Gefoss) und Infor LN wurden nie integriert. MES denkt in Schichten, LN in Produktionsauftraegen. Statt ein neues MES-System zu beschaffen, koennte ein KI-basierter Analytik-Layer ueber die bestehenden MES-Rohdaten deutlich kosteneffizienter sein.

6. Der Aussendienst arbeitet ohne strukturierte digitale Unterstuetzung

Infor CRM wurde beschafft, ist aber als unbrauchbar eingestuft. Besuchsberichte sind Fliesstext-E-Mails, die niemand spaeter auffinden kann. Die Hausmesse erzeugt Begeisterung, aber keine strukturierte Nachverfolgung. Ein PowerApps-Pilot dient als Ueberbrueckung.

Diese Beobachtungen basieren auf Gespraechen, nicht auf einer Vor-Ort-Analyse. Eine strukturierte Validierung im Rahmen des vorgeschlagenen Initialisierungsprogramms ist notwendig, bevor hieraus Massnahmen abgeleitet werden.
4
Anforderungen MeisterWerke

Aus den Gespraechen und Beobachtungen lassen sich die Anforderungen in vier Cluster zusammenfassen. Jedes Cluster enthaelt Themen, die direkte geschaeftliche Auswirkungen haben.

Cluster 1: Prozessautomatisierung und -transparenz

AnforderungPrioritaetGeschaeftlicher Effekt
Automatisierte Auftragserfassung (E-Mail/PDF in LN)HochKapazitaetsgewinn im Vertriebsinnendienst, Fehlerreduktion
Proaktives Beschaffungs-TrackingHochWeniger Produktionsstillstaende durch fehlende Materialien
Kollektionswechsel-SteuerungMittelTermintreue bei Produktlaunches
Logistik- und FrachtkostenoptimierungMittelDirekte Kostenreduktion
Stammdatenpflege und -qualitaetMittelGrundlage fuer jede Automatisierung

Cluster 2: Wissensmanagement und Nachfolgesicherung

AnforderungPrioritaetGeschaeftlicher Effekt
Wissenserfassung vor Ruhestand (Feb. 2027)HochVermeidung von Betriebsrisiko
Standardisierung und Auffrischung ERP-SchulungenHochProzess-Compliance erhoehen
Beschleunigtes Onboarding neuer MitarbeiterMittelProduktivitaet schneller erreichen
EntscheidungsnachvollziehbarkeitMittelAudit-Sicherheit und Transparenz

Cluster 3: KI-Governance und gesteuerte Innovation

AnforderungPrioritaetGeschaeftlicher Effekt
Zentrales KI-Portal mit RechtemanagementHochShadow-IT eindaemmen, Vertrauen schuetzen
EU AI Act ComplianceHochRegulatorische Sicherheit
Datenqualitaetssicherung und DokumentenklassifikationMittelVoraussetzung fuer belastbare KI-Ergebnisse
KI-Eigentuemer-Modell pro AnwendungsfallMittelNachhaltigkeit und Weiterentwicklung

Cluster 4: Systemintegration und Architektur

AnforderungPrioritaetGeschaeftlicher Effekt
MES/LN-Bruecke (Analytik statt Systemaustausch)HochProduktionsintelligenz ohne Grossprojekt
Schnittstellenstandardisierung (BODs-Plattform)MittelWartbarkeit, Zukunftssicherheit
CRM-Alternative fuer AussendienstMittelStrukturierte Kundeninteraktion
OT-Architektur und SicherheitskonzeptMittelSchutz der Produktionsinfrastruktur
5
Anforderungen und Loesungsansaetze H2W / H2W Labs

Fuer jedes identifizierte Anforderungscluster zeigt die folgende Uebersicht, wie H2W Consulting und H2W Labs konkret adressieren koennen.

AnforderungLoesungsansatz H2W / H2W LabsEinheit
Automatisierte Auftragserfassung KI-gestuetzte Dokumentenextraktion mit direkter ERP-Integration. Trainiert auf die spezifische LN-Auftragsstruktur von MeisterWerke. Verarbeitung von E-Mail, PDF und Online-Shop-Bestellungen. H2W Labs
Wissenserhalt und -transfer KnowKit: Strukturierte Wissenserfassung aus Meetings, Schulungen und Dokumentation. KI-gestuetzte Aufbereitung und Abfrage. Bereits live demonstriert mit positiver Bewertung. H2W Labs
KI-Governance und Steuerung Definition eines KI-Governance-Frameworks: Eigentuemer-Modell, Datenkonzept, Freigabeprozess, zentrale Uebersicht. Bestandteil der Digitalisierungsstrategie. H2W
MES/LN-Integration Analytik-Layer ueber vorhandene MES-Rohdaten statt Systemaustausch. KI-gestuetzte Auswertung fuer Produktionsintelligenz und praediktive Instandhaltung. H2W Labs
Proaktives Beschaffungs-Tracking Workflow-basierte Eskalation auf Basis vorhandener LN-Daten. Proaktive Benachrichtigung statt passiver Cockpit-Abfrage. H2W Labs
Prozessoptimierung und ERP-Nutzung Analyse der tatsaechlichen Systemnutzung. Gezielte Nachschulung. Prozess-Redesign wo noetig. Verankerung von End-to-End-Denken. H2W
Stammdatenqualitaet Automatisierte Erkennung von Stammdatenaenderungen und Inkonsistenzen. Regelbasierte Validierung. H2W Labs
Digitalisierungsstrategie und Roadmap Management-Interviews, Vor-Ort-Workshops, Zielbild-Entwicklung, priorisierte Roadmap. Strategieberatung mit Umsetzungskompetenz. H2W
Schnittstellenstandardisierung BODs/ION-Integrationsarchitektur. Abloesung des CSV/XML-Patchworks durch standardisierte Plattform. H2W
CRM-Alternative Aussendienst Leichtgewichtige Edge-Applikation mit ERP-Anbindung. Strukturierte Besuchserfassung und Kundenintelligenz aus LN-Daten. H2W Labs
Schluesselunterscheidung: H2W Consulting liefert Strategieberatung, Prozessoptimierung und ERP-Kompetenz. H2W Labs baut konkrete Anwendungen, die operative Probleme loesen. Beides aus einer Hand, mit gemeinsamem Verstaendnis der Infor-LN-Datenwelt.
6
Zielbild: MeisterWerke in 3 bis 5 Jahren

Das folgende Zielbild beschreibt einen realistisch erreichbaren Zustand, keine Idealvision. Jeder Punkt ist aus den identifizierten Anforderungen ableitbar und durch konkrete Massnahmen erreichbar.

Auftragserfassung

Bestellungen aus allen Kanaelen werden automatisch erfasst und vorverarbeitet. Der Vertriebsinnendienst bearbeitet Ausnahmen und kann sich auf echte Vertriebsaufgaben konzentrieren.

Wissen als Unternehmensvermoegen

Kritisches Prozess- und Systemwissen ist unabhaengig von einzelnen Personen verfuegbar. Neue Mitarbeiter erreichen Produktivitaet in Wochen statt Monaten. Wissensabfrage funktioniert so selbstverstaendlich wie eine Suchmaschine.

Gesteuerte KI-Nutzung

KI-Anwendungen werden zentral gesteuert, dokumentiert und gewartet. Jede Anwendung hat einen definierten Eigentuemer, ein Datenkonzept und eine Freigabe. Innovation passiert strukturiert, nicht als Goldrausch.

Integrierte Produktionsintelligenz

MES- und ERP-Daten fliessen in eine gemeinsame Analyseplattform. Praediktive Instandhaltung, Qualitaetsanalyse und Kapazitaetsplanung basieren auf Echtzeitdaten statt auf Excel und Tagesprintouts.

Digitaler Aussendienst

Vertriebsmitarbeiter haben alle relevanten Kundeninformationen aus dem ERP direkt verfuegbar. Besuchsberichte sind strukturiert, auswertbar und fuer Folgemassnahmen nutzbar.

Prozess-Compliance als Normalzustand

End-to-End-Prozessdenken ist in der Organisation verankert. Prozessverantwortliche haben die Werkzeuge und Transparenz, die sie brauchen. Abweichungen werden systemisch erkannt, nicht zufaellig entdeckt.

7
Vorgehensmodell
Leitprinzip: «Wenn man einen kranken Prozess digitalisiert, hat man einen digitalisierten kranken Prozess.» Deshalb: Prozess zuerst verstehen, dann gestalten, dann technisch umsetzen.
1
Verstehen
6-8 Wochen
Analyse, Interviews, Vor-Ort
2
Gestalten
4-6 Wochen
Architektur, Prozessdesign, Business Case
3
Umsetzen
Iterativ
Quick Wins zuerst, dann Ausbau
4
Verankern
Kontinuierlich
Change Management, Schulung, Governance

Phase 1 ist der vorgeschlagene naechste Schritt. Sie erfordert keine langfristige Bindung. Am Ende von Phase 1 steht ein Quality Gate: Eine fundierte Go/No-Go-Entscheidung auf Basis validierter Ergebnisse und eines konkreten Business Case.

Jede weitere Phase wird nur auf Basis der vorherigen gestartet. Kein Blankoscheck, keine Abhaengigkeit, keine unbegrenzten Beraterstunden.

8
Roadmap und Zeitplan
PhaseZeitraumSchwerpunktErgebnis
Phase 1: InitialisierungQ2 2026Analyse, Zielbild, RoadmapDigitalisierungsstrategie, priorisierte Roadmap, Management-Praesentation
Phase 2: Erste UmsetzungswelleQ3-Q4 2026Quick Wins + PilotprojekteKnowKit-Pilot, Auftragserfassungs-PoC, KI-Governance
Phase 3: Skalierung2027Ausweitung und VertiefungBreitere Automatisierung, Schulungsprogramm, Integrationsplattform

Kritischer Meilenstein: Februar 2027

Der zentrale Netzwerk-/Linux-Experte geht in den Ruhestand. Wissenserfassung muss spaetestens Q2 2026 beginnen, um ausreichend Zeit fuer strukturierten Wissenstransfer zu haben. Dieses Zeitfenster bestimmt die Dringlichkeit des Starts.

9
Beispiel Quick Wins

Die folgenden Quick Wins sind Kandidaten, keine Zusagen. Sie werden im Rahmen von Phase 1 konkret bewertet und priorisiert. Die Auswahl basiert auf dem bisherigen Gespraechsverlauf.

1. KnowKit-Pilot: Wissenserfassung Elementprojekt

Problem: Kritisches Projektwissen aus dem LN-Migrationsprojekt droht zu verschwinden.
Ansatz: KnowKit-Instanz fuer MeisterWerke mit Elementprojekt-Dokumentation als erstem Anwendungsfall.
Zeitrahmen: 4-6 Wochen bis zum produktiven Piloten.
Erwarteter Nutzen: Validierung des Ansatzes, sofortiger Wissenserhalt.

2. Auftragserfassung: Prozessanalyse und Automatisierungspotenzial

Problem: 14-16 Mitarbeiter in primaer manueller Auftragserfassung.
Ansatz: Detaillierte Aufnahme der aktuellen Auftragseingangswege, Ausnahmen und Sonderfaelle. Definition eines Automatisierungs-PoC.
Zeitrahmen: 2-3 Wochen Analyse, darauf aufbauend PoC-Konzept.
Erwarteter Nutzen: Quantifizierter Business Case fuer die Geschaeftsfuehrung.

3. KI-Governance-Framework

Problem: Unkontrollierte KI-Beschaffung und -Nutzung ohne Eigentuemer oder Datenkonzept.
Ansatz: Definition eines schlanken Governance-Rahmens: Freigabeprozess, Eigentuemer-Modell, zentrale Uebersicht, Kommunikationskonzept.
Zeitrahmen: 2 Wochen.
Erwarteter Nutzen: Sofortige Eindaemmung von Shadow-IT im KI-Bereich.

4. Proaktives Beschaffungs-Cockpit

Problem: Besteller laufen Bestellungen hinterher, weil das vorhandene Cockpit passiv ist.
Ansatz: Workflow-basierte Eskalation auf Basis vorhandener LN-Daten. Proaktive Benachrichtigung bei Abweichungen.
Zeitrahmen: 3-4 Wochen.
Erwarteter Nutzen: Reduzierter Aufwand in der Beschaffung, weniger Materialengpaesse.

5. ERP-Schulungsauffrischung auf Basis Lueckenanalyse

Problem: Schulungswissen unter 20% des Originals erodiert.
Ansatz: Systematische Erhebung der tatsaechlichen Nutzungsmuster vs. optimaler Nutzung. Gezielte Nachschulung pro Modul und Nutzergruppe.
Zeitrahmen: Fortlaufend ab Phase 1.
Erwarteter Nutzen: Hoehere Prozess-Compliance, weniger Workarounds.

10
Wirtschaftliche Bewertung

Wir nennen keine Zahlen, die wir nicht belegen koennen. Die folgenden Ueberlegungen zeigen die wirtschaftliche Logik, nicht einen durchgerechneten Business Case. Die konkreten Zahlen werden in Phase 1 validiert.

ROI-Logik: Auftragserfassung

14-16 Mitarbeiter im Vertriebsinnendienst, ein signifikanter Anteil der Arbeitszeit entfaellt auf manuelle Auftragserfassung. Selbst eine 30%ige Effizienzsteigerung entspricht mehreren Vollzeitkraft-Aequivalenten. Erfahrungswert aus vergleichbaren H2W-Projekten: Bei einem europaeischen Vertriebsteam mit 8 Mitarbeitern, die 50% ihrer Zeit fuer manuelle Erfassung aufwenden, war der ROI innerhalb weniger Monate erreicht.

Risikokosten: Wissensverlust

Ein EUR 400 Mio. Fertigungsunternehmen mit einem einzelnen Netzwerk-/Linux-Experten ohne qualifizierten Nachfolger traegt ein Betriebsrisiko, das sich nicht in einer einfachen Gehaltsrechnung abbilden laesst. Ungeplante Ausfallzeiten, Notfall-Dienstleister und verzoegerte Projekte sind die tatsaechlichen Kosten.

Fragmentierungskosten: Shadow-IT

Wenn mehrere Fachabteilungen jeweils EUR 9.990 fuer nicht koordinierte KI-Werkzeuge ausgeben, entstehen nicht nur direkte Kosten, sondern auch Wartungsaufwand, Sicherheitsrisiken und Akzeptanzschaeden durch fehlerhafte Ergebnisse. Diese versteckten Kosten uebersteigen die Anschaffungskosten typischerweise um ein Vielfaches.

Phase 1 als begrenzte Investition

Das Initialisierungsprogramm ist so konzipiert, dass es unabhaengig vom weiteren Verlauf einen eigenstaendigen Wert liefert: eine validierte Digitalisierungsstrategie mit priorisierter Roadmap und Management-Praesentation. Dieses Ergebnis ist nuetzlich, gleichgueltig ob MeisterWerke mit H2W weiterarbeitet oder nicht.
11
Risiken und Absicherung
Veraenderungswiderstand25 Jahre eingefahrene Prozesse. Grundsaetzliche Zustimmung, aber Widerstand bei eigener Betroffenheit.
AbsicherungStrukturiertes Change Management von Beginn an. Fruehe Quick Wins schaffen Vertrauen. Keine Veraenderung ohne Beteiligung der Betroffenen.
Scope Creep20+ identifizierte Handlungsfelder koennen zur Ueberforderung fuehren.
AbsicherungStrikte Priorisierung in Phase 1. Phasenmodell mit Quality Gates. Fokus auf wenige, aber wirksame Massnahmen pro Phase.
Interne RessourcenTagesgeschaeft konkurriert mit Strategiearbeit um Aufmerksamkeit.
AbsicherungMinimaler interner Aufwand definiert. H2W traegt den operativen Hauptaufwand. Klare Erwartungen an Sponsor und Projektbeteiligte.
Vendor Lock-inAbhaengigkeit von einem einzelnen Dienstleister.
AbsicherungOffene Architekturprinzipien. Alle Ergebnisse und Dokumentation gehoeren MeisterWerke. Go/No-Go nach jeder Phase.
KI-EnttaeuschungUeberzogene Erwartungen an KI-Loesungen fuehren zu Akzeptanzverlust.
AbsicherungRealistische Positionierung. Mensch-in-der-Schleife-Prinzip. Jede KI-Anwendung muss nachweisbaren Geschaeftsnutzen liefern.
NachfolgerisikoKlauke und Kschotschola sind noch nicht direkt mit H2W im Kontakt.
AbsicherungEinbindung beider Nachfolger ab Phase 1. Wissenstransfer und Beziehungsaufbau parallel zur Strategie.
12
Interner Aufwand MeisterWerke
Grundsatz: Der groesste Aufwand liegt auf unserer Seite. MeisterWerke stellt Zugang, Kontext und Entscheidungen bereit. H2W liefert Analyse, Konzeption und Ergebnisse.

Phase 1: Initialisierung (6-8 Wochen)

RolleAufwandBeschreibung
Sponsor (Uwe Lilienthal)2-3 Stunden/WocheSteering, Freigaben, Richtungsentscheidungen
Stakeholder-Interviews8-10 Interviews, je 1-2 StundenGeschaeftsfuehrung, Bereichsleiter, Schluesselnutzer
Vor-Ort-Begleitung2-3 TageGemeinsame Beobachtung der operativen Realitaet
DokumentenzugangEinmaligProzessdokumentation, Systemzugaenge, Organisationsplaene

Laufender Betrieb (ab Phase 2)

  • Interner Projektleiter (Klauke oder Kschotschola): ca. 4-6 Stunden/Woche
  • Bi-woechentliches Steering: 1 Stunde
  • Monatliches Management-Summary: wird von H2W erstellt
  • Change Champions pro Fachbereich: 1-2 Stunden/Woche
13
Governance
GremiumBesetzungFrequenzAufgabe
Steering CommitteeUwe Lilienthal + Lennart HectorBi-woechentlichRichtungsentscheidungen, Eskalation, Priorisierung
ProjektleitungKlauke/Kschotschola + H2W PMWoechentlichOperative Steuerung, Aufgabenverfolgung
Workstream-LeadsPro Thema definiertNach BedarfFachliche Detailarbeit
Management-ReportingH2W erstelltMonatlichFortschritt, Ergebnisse, Entscheidungsbedarf
Quality Gate nach Phase 1: Praesentation der Ergebnisse vor der Geschaeftsfuehrung. Fundierte Go/No-Go-Entscheidung fuer Phase 2 auf Basis validierter Analyse, konkretem Zielbild und belastbarem Business Case. Kein automatischer Uebergang.
14
Architekturprinzipien

Sechs Prinzipien, die alle Empfehlungen und Loesungsansaetze leiten.

1. Prozess vor Technologie

Kein System wird eingefuehrt, bevor der zugrundeliegende Prozess verstanden und bei Bedarf optimiert ist.

2. Standard vor Sonderloesung

Vorhandene Systemfaehigkeiten (insbesondere Infor LN) werden ausgeschoepft, bevor neue Systeme beschafft werden.

3. Integration vor Inselloesung

Neue Anwendungen muessen in die bestehende Architektur integrierbar sein. Keine weiteren isolierten Systeme.

4. Mensch im Mittelpunkt

Jede KI-Anwendung hat eine Mensch-in-der-Schleife-Komponente. Automatisierung unterstuetzt, ersetzt aber nicht die Entscheidung.

5. Datenqualitaet als Grundlage

Keine Automatisierung oder KI liefert brauchbare Ergebnisse auf schlechten Daten. Stammdatenqualitaet ist Voraussetzung.

6. Offene Schnittstellen

Alle Loesungen nutzen dokumentierte APIs und Standards. Kein proprietaerer Lock-in.

15
Weiteres Vorgehen: 6-8 Wochen Initialisierung

Das Initialisierungsprogramm ist der vorgeschlagene naechste Schritt. Es liefert eine fundierte Entscheidungsgrundlage, unabhaengig davon, wie MeisterWerke danach weiterarbeitet.

WocheSchwerpunktErgebnis
1-2Kick-off, Dokumentensichtung, erste InterviewsVerstaendnis der Ausgangslage, Interviewplan
2-4Management-Interviews und Stakeholder-GespraecheStrategische Prioritaeten, Schmerzpunkte, Erwartungen
3-5Vor-Ort-Analyse und ProzessbeobachtungValidierte Beobachtungen, Prozessluecken, Quick-Win-Kandidaten
4-6Zielbild-Entwicklung und Roadmap-EntwurfKonsolidiertes Zielbild, priorisierte Massnahmen
5-7Business Case und WirtschaftlichkeitsbetrachtungQuantifizierter Nutzen pro Massnahmenpaket
6-8Ergebnisaufbereitung und Management-PraesentationPraesentation vor der Geschaeftsfuehrung, Go/No-Go

Liefergegenstande Phase 1

  • Digitalisierungsstrategie-Dokument fuer die Unternehmensgruppe
  • Priorisierte Roadmap mit Zeitplan und Ressourcenbedarf
  • Validierter Business Case pro Massnahmenpaket
  • Management-Praesentation (praesentationsfertig)
  • Quick-Win-Konzepte mit Umsetzungsplan
16
Warum H2W

H2W ist kein generischer IT-Dienstleister und kein reiner ERP-Berater. Die Kombination aus ERP-Tiefe, Prozessverstaendnis und eigener KI-Umsetzungskompetenz ist in der Evaluierung einzigartig.

ERP und Prozess-Expertise

Ueber ein Jahrzehnt Erfahrung mit Infor LN in der fertigenden Industrie. Unsere Berater konfigurieren selbst, sie beraten nicht nur. Diskrete Fertigung, Prozessfertigung, Auftragsfertigung, variantenkonfigurierte Fertigung: alles abgedeckt.

KI und Automatisierung aus eigener Entwicklung

H2W Labs baut eigene Produkte: KnowKit (Wissensmanagement), Product Assistant (ERP-Daten-Chatbot), Edge-Applikationen (Workflow-Automatisierung, Shop-Floor-Digitalisierung, E-Invoicing). Kein Weiterverkauf fremder Loesungen, sondern eigene Entwicklung mit Verstaendnis der ERP-Datenwelt.

Philosophische Uebereinstimmung

Prozess vor Technologie. Ehrliche Einschaetzung der eigenen Faehigkeiten. Wir machen ERP und KI. Wir machen nicht M365, nicht OT-Spezialprojekte, nicht alles auf einmal. Diese Klarheit wurde in den Gespraechen als Staerke bewertet.

Referenzen

KundeBrancheUmfang
W. NeudorffPflanzenschutz / Fertigung16 Projekte, vollstaendige ERP-Transformation
KesseboehmerIndustrielle FertigungInfor LN Consulting
TsurumiPumpenhersteller (international)Mehrlander-ERP, Product Assistant, E-Invoicing
Friedrich von NeumanFertigung6+ Entitaeten, Support-Transformation

Team

PersonRolleSchwerpunkt
Lennart HectorGeschaeftsfuehrung, StrategieDigitalisierungsstrategie, KI-Anwendungen, Kundenbeziehung
Heiko SteinbachH2W Labs, KI-EngineeringKnowKit, Edge Apps, technische Umsetzung
Richard WeiherSenior Consultant, ERPInfor LN (13+ Jahre, 5 Jahre bei Infor), Solutions Architect
17
Entscheidungsoptionen

Drei Optionen fuer das weitere Vorgehen. Jede Option hat ihre Berechtigung, abhaengig von den Prioritaeten der Geschaeftsfuehrung.

Option B: Direkter Quick-Win-Start

Sofortiger Start mit einem oder zwei Quick Wins (z.B. KnowKit-Pilot, Auftragserfassungs-Analyse). Schnellere erste Ergebnisse, aber ohne strategischen Rahmen. Risiko: Einzelmassnahmen ohne Gesamtkonzept.

Option C: Punktuelles Engagement

Beauftragung fuer spezifische Einzelthemen nach Bedarf. Geringste Anfangsinvestition. Begrenzte strategische Wirkung. Kein konsolidiertes Zielbild.

Unsere Empfehlung ist Option A. Sie schafft die Grundlage fuer alle weiteren Entscheidungen und liefert ein eigenstaendiges Ergebnis, das MeisterWerke unabhaengig nutzen kann. Die Investition ist begrenzt, die Ergebnisse sind sofort verwertbar.
18
Naechster Schritt

Vor-Ort-Termin bei MeisterWerke

Der konkret naechste Schritt ist ein gemeinsamer Vor-Ort-Termin in Ruethen. Ein halber Tag, um die operative Realitaet gemeinsam zu sehen, die Anforderungen zu schaerfen und den Rahmen fuer das Initialisierungsprogramm zu definieren.

Teilnehmer MeisterWerke: Uwe Lilienthal, Markus Klauke, Michael Kschotschola

Teilnehmer H2W: Lennart Hector, Heiko Steinbach

Dauer: Halber Tag

Angebot: Innerhalb von zwei Wochen nach dem Vor-Ort-Termin

Lennart Hector
Geschaeftsfuehrer, H2W Consulting GmbH
l.hector@h2w-consulting.com
+49 (0) 1522 717 6008
www.h2w-consulting.com